Berufsbegleitende Ausbildung Erzieher

Eine berufsbegleitende Ausbildung als Erzieher ist an einigen Fachschulen möglich und wird neben der klassischen schulischen Ausbildung in Vollzeit angeboten. Für viele Menschen erscheint diese Option ideal, da es mitunter nicht so verlockend ist, noch einmal ein paar Jahre die Schulbank zu drücken, bevor man endlich ins Berufsleben einsteigen und seinen Traumberuf ergreifen kann.

Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass ein Erzieher-Fernstudium nicht existiert und der Besuch einer entsprechenden Fachschule verpflichtend für angehende Erzieher ist, erscheint eine berufsbegleitende Ausbildung als perfekte Lösung. Auf diese Art und Weise kann man einerseits die Erzieherausbildung absolvieren und andererseits parallel einer beruflichen Tätigkeit nachgehen.

Die praxisintegrierte Ausbildung als Erzieherin

Geht es um eine berufsbegleitende Ausbildung als Erzieherin ist üblicherweise von der praxisintegrierten Ausbildung die Rede. In vielen Berufen ist eine duale Berufsausbildung, die Theorie und Praxis miteinander kombiniert, die Regel und somit absoluter Standard. Die schulische Ausbildung für angehende Erzieher sieht dahingegen lediglich einige Praktika vor und besteht ansonsten aus Vollzeitunterricht.

All diejenigen, die eine praktischere Berufsausbildung bevorzugen und zugleich Erzieher werden möchten, sollten eine praxisintegrierte Ausbildung in Erwägung ziehen. Je nach Schule nimmt die praxisintegrierte Ausbildungsform, kurz PIA, drei bis fünf Jahre in Anspruch. Der wesentliche Vorteil besteht darin, dass die Auszubildenden schon früh an die pädagogische Praxis herangeführt werden und in den beruflichen Alltag als Erzieherin in der Einrichtung, die als Praxisstelle fungiert, tagtäglich erleben. Angehende Erzieher, die sich für die praxisintegrierte Ausbildung entscheiden, besuchen so einerseits die Fachschule für Sozialpädagogik und sind andererseits in einer Kindertageseinrichtung tätig.

Das Konzept ist somit an den Aufbau dualer Berufsausbildungen angelehnt, obwohl Erzieher eigentlich eine schulische Ausbildung absolvieren. Die Organisation des Unterrichts hängt dabei im Wesentlichen von der jeweiligen Schule ab. An einigen Schulen sind pro Woche beispielsweise zwei feste Schultage definiert, während andere Fachschulen den theoretischen Unterricht auf die Abendstunden mehrerer Tage verteilen.

Das Gehalt in der berufsbegleitenden Erzieherausbildung

Dass eine schulische Ausbildung ohne Ausbildungsvergütung daherkommt, dürfte angehenden Erziehern klar sein. Wer den Erzieherberuf erlernen will, stellt sich somit darauf ein, dass er während der Ausbildung kein eigenes Einkommen erzielt. Anders sieht dies allerdings bei der Variante PIA aus, denn die Auszubildenden erhalten hierbei üblicherweise eine Ausbildungsvergütung von der Praxisstelle.

Pauschale Angaben zum Gehalt während der berufsbegleitenden Ausbildung als Erzieher wird man jedoch kaum finden, da die Vergütung stark schwankt. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit zeigen, dass ein monatliches Einkommen von 600 Euro bis 1.200 Euro brutto durchaus erzielt werden kann. Da die praxisintegrierte Ausbildung noch eher die Ausnahme ist, lassen sich keine verlässlichen Angaben zum durchschnittlichen Ausbildungsgehalt finden.

Ausbildung als Erzieher für Quereinsteiger

Berufsbegleitende Ausbildung ErzieherDie praxisintegrierte Ausbildung als Erzieherin ist nicht nur für all diejenigen eine große Chance, denen eine rein schulische Ausbildung zu langweilig erscheint. Vor allem für Quereinsteiger ergibt sich so eine vielversprechende Möglichkeit, in den pädagogischen Bereich einzusteigen und sich als staatlich anerkannte/r Erzieher/in zu qualifizieren.

Wer bereits berufstätig ist oder war und nun anlässlich einer beruflichen Neuorientierung eine Erzieherausbildung in Erwägung zieht, nimmt mitunter wieder Abstand von diesen Plänen, weil eine rein schulische Ausbildung ohne jegliches Einkommen nicht infrage kommt.

Eine berufsbegleitende Ausbildung, die eine praktische und zudem vergütete Tätigkeit in einer Kindertageseinrichtung einbezieht, kann dieses Problem lösen und Quereinsteigern den Einstieg in den Erzieherberuf erheblich erleichtern. Alternativ besteht vielleicht auch die Möglichkeit, an einer Externenprüfung teilzunehmen und so den Abschluss als staatlich anerkannter Erzieher zu erwerben. Umfassende Berufserfahrung ist dabei aber unbedingt erforderlich.

Grundsätzlich muss man auch hinsichtlich eines Quereinstiegs in den Erzieherberuf bedenken, dass es sich um eine landesrechtlich geregelte Ausbildung handelt. Die Möglichkeiten für Quereinsteiger, die im Zuge einer beruflichen Umorientierung als Erzieher durchstarten wollen, variieren somit von Bundesland zu Bundesland.

Welche Voraussetzungen gelten für eine berufsbegleitende Ausbildung zum/zur Erzieher/in?

frage erzieherDie berufsbegleitende Erzieherausbildung unterliegt dem Landesrecht, wodurch die formalen Voraussetzungen je nach Bundesland variieren können. Kinderpfleger/innen, pädagogische Hilfskräfte und absolute Quereinsteiger/innen werden gleichermaßen angesprochen.

Interesse an der Pädagogik sowie Freude am Umgang mit Kindern sollten unbedingt vorhanden sein. Außerdem erfordert eine berufsbegleitende Erzieherausbildung ein besonderes Maß an Belastbarkeit und Disziplin.

Wenn es um die formalen Kriterien geht, lassen sich allerdings keine pauschalen Aussagen treffen, weshalb eine Kontaktaufnahme mit der Fachschule sinnvoll und wichtig ist.

Wie hoch sind die Kosten für eine berufsbegleitende Erzieherausbildung?

Ob und in welcher Höhe Kosten im Rahmen der berufsbegleitenden Erzieherausbildung entstehen, hängt in erster Linie vom jeweiligen Lehrgangsanbieter ab.

Private Institutionen finanzieren sich über die Gebühren und können demnach beträchtliche Kosten von mehreren Tausend Euro verursachen. Wer dahingegen berufsbegleitend eine öffentliche Fachakademie oder Fachschule für Sozialpädagogik besucht, muss kein Schulgeld zahlen.

Wie kann man einen berufsbegleitenden Ausbildungsplatz zur Erzieherin ergattern?

Es stellt sich auch immer wieder die Frage, wie man einen berufsbegleitenden Ausbildungsplatz im Erzieherberuf ergattern kann. Hier gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder man wendet sich zunächst an eine Fachschule mit Teilzeitlehrgängen oder man sucht sich erst einmal eine Kindertagesstätte oder eine andere pädagogische Einrichtung, die eine praxisintegrierte Erzieherausbildung unterstützt.

Nach der ersten Zusage muss man dann nur noch nach einem Ausbildungsbetrieb beziehungsweise einer Schule Ausschau halten, damit die Erzieherausbildung in Teilzeit neben dem Beruf beginnen kann.

Achtung! Tipps aus der Redaktion:

Dass man sich eingehend mit der berufsbegleitenden Ausbildung zum/zur Erzieher/in befassen muss, steht außer Frage und sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Gleichzeitig lohnt es sich, die folgenden Tipps zu beachten. Damit rückt der Erfolg der Qualifizierung als Erzieher/in auch für Quereinsteiger/innen in greifbare Nähe.

Achten Sie auf die Besonderheiten der berufsbegleitenden Erzieherausbildung in Ihrem Bundesland!

All diejenigen, die mit einer berufsbegleitenden Ausbildung zum/zur Erzieher/in liebäugeln, dürfen nicht vergessen, dass die Erzieherausbildung zwar mit einer staatlichen Abschlussprüfung endet, aber landesrechtlich geregelt ist. Dies zeigt sich auch im Falle der praxisintegrierten Ausbildung, denn je nach Bundesland können unterschiedliche Regelungen bestehen.

Aus diesem Grund ist eine besondere Rücksichtnahme auf die Besonderheiten im eigenen Bundesland unerlässlich. Beispielsweise in Sachsen-Anhalt richtet sich die berufsbegleitende Erzieherausbildung explizit an Menschen ohne pädagogische Vorkenntnisse.

Im Gegensatz dazu wird für eine Teilzeitausbildung zur Erzieherin in Schleswig-Holstein ein Berufsabschluss oder eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens drei Jahren erwartet. Es macht folglich einen großen Unterschied, in welchem Bundesland man die berufsbegleitende Erzieherausbildung macht.

Überlegen Sie gut, ob Sie der Doppelbelastung einer berufsbegleitenden Ausbildung zum Erzieher gewachsen sind!

Wenn eine berufsbegleitende Erzieherausbildung im Raum steht, sollten Interessierte stets bedenken, dass diese Ausbildungsform nicht der Standard ist.

Üblicherweise wird man im Rahmen einer schulischen Ausbildung mit anschließendem Anerkennungsjahr Erzieher/in und hat dadurch Zeit, sich voll und ganz auf die Schule beziehungsweise fachpraktische Ausbildung zu konzentrieren. Im Falle einer berufsbegleitenden Erzieherausbildung findet stattdessen beides parallel statt.

An beispielsweise zwei Tagen pro Woche besucht man die Schule und arbeitet in der restlichen Zeit zum Beispiel im Kindergarten. Daraus kann sich eine nicht unerhebliche Doppelbelastung ergeben, der man gewachsen sein muss, um sich erfolgreich als Erzieher/in zu qualifizieren. Die Kombination von Theorie und Praxis ist ohne Frage reizvoll, sollte aber nicht unterschätzt werden.

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